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P penis; Schaukelpferd, schlechtes Rennpferd; einen guteu Schneider. lich; Ob cockney, cokaygne, cocagne mit cock zusammenhängen, ist frag-Körting wie Skeat wagen keine Entscheidung — cock-a-hoop bz. high. in spirits. Der Hahn am Fasse und am Gewehr ist nicht fr., it., sp,, wohl aber. lad. und E. mit dem Namen dieses Tieres benannt. “Humanity has in the course of time had to endure from the hands of science two great outrages upon its naive self-love. The first was when it realized that our earth was not the center of the universe, but only a tiny speck in a world-system of a magnitude hardly conceivable; this is associated in our minds with the name of Copernicus, although Alexandrian doctrines taught something very. Salman Rushdie wurde in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte, arbeitete dann am Theater und als freier Journalist. Er veröffentlichte»Mitternachtskinder«, Roman (Booker Prize und English-Speaking Union Literary Award, deutsch ),»Scham und Schande«, Roman (Prix du Meilleur Livre Etranger, deutsch ),»Das Lächeln des Jaguars, Eine Reise durch Nicaragua.

Für diesen Zweck wird es nützlich sein, wenn wir vorher in Kürze die Grund- prinzipien unserer Darstellung erörtern. Es sind Grundgedanken im eigentlich- sten Sinn des Wortes: sie liegen dem Gesamtbau des Werkes zugrunde und sind daher, obschon sie ihn tragen, unterirdisch und nicht ohne weiteres sichtbar.

Der erste dieser Grundpfeiler besteht in unserer Auffassung vom Wesen der Geschichtschreibung. Geschichtschreibung ist Philosophie des Geschehenen.

Alle Dinge haben ihre Philosophie, ja noch mehr: alle Dinge sind Philosophie. Alle Menschen, Gegenstände und Ereignisse sind Verkörperungen eines bestimmten Naturge- dankens, einer eigentümlichen Weltabsicht.

Die Dinge pflegen oft erst spät ihren wahren Sinn zu offenbaren. Wie lange hat es gedauert, bis uns der Heiland die einfache und elementare Tatsache der menschlichen Seele enthüllte!

Wie lange hat es gedauert, bis der magnetische Stahl dem sehenden Auge Gilberts seine wunder- bar wirksamen Kräfte preisgab!

Und wie viele geheime Naturkräfte warten noch immer geduldig, bis einer kommt und den Gedanken in ihnen erlöst! Darum scheint es uns auch immer, als ob über Pflanzen und Tiere eine eigentümliche Melancholie gebreitet sei: sie alle sind schön, sie alle sind Sinnbilder irgendei- nes tiefen Schöpfungsgedankens; aber sie wissen es nicht, und darum sind sie traurig.

Die ganze Welt ist für den Dichter geschaffen, um ihn zu befruchten, und auch die ganze Weltgeschichte hat keinen anderen Inhalt. Sie enthält Materi- alien für Dichter: Dichter des Werks oder Dichter des Worts: das ist ihr Sinn.

Wer aber ist der Dichter, den sie zu neuen Taten und Träumen beflügelt? Dieser Dichter ist niemand anders als die gesamte Nachwelt.

Man hat sich seit einiger Zeit daran gewöhnt, drei verschiedene Arten der Geschichtschreibung zu unterscheiden: eine referierende oder erzählende, die einfach die Begebenheiten berichtet, eine pragmatische oder lehrhafte, die die Ereignisse durch Motivierungen verknüpft und zugleich Nurzanwendungen aus ihnen zu ziehen sucht, und eine genetische oder entwickelnde, die darauf abzielt, die Geschehnisse als einen organischen Zusammenhang und Verlauf darzustel- len.

Diese Einteilung ist nichts weniger als scharf, weil, wie man auf den ersten Blick sieht, diese Betrachtungsarten ineinander übergehen: die referierende in die verknüpfende, die verknüpfende in die entwickelnde, und überhaupt keine von ihnen völlig ohne die beiden anderen zu denken ist.

Dementsprechend haben auch die verschiedenen Zeitalter je nach ihrer seeli- schen Grundstruktur immer eine dieser drei Formen bevorzugt: die Antike, in der die reine Anschauung am stärksten entwickelt war, hat die Klassiker der referierenden Geschichtschreibung hervorgebracht; das achtzehnte Jahrhundert mit seiner Neigung, alle Probleme einer moralisierenden Betrachtungsweise zu unterWerfen, hat die glänzendsten Exemplare der pragmatischen Richtung auf- zuweisen; und im neunzehnten Jahrhundert, wo die Tendenz vorherrschte, alles zu logisieren, in reine Begriffe und Rationalitäten aufzulösen, hat die genetische Methode die schönsten Früchte gezeitigt.

Hierin besteht eigentlich die Funktion alles Denkens, ja sogar unseres ganzen Vorstellungsle- bens, das ausnahmslos elektiv, selektiv verfährt und zugleich die der Wirklichkeit entnommenen Ausschnitte in eine bestimmte Anordnung bringt.

Und diesen. Aber es besteht hier doch ein kardinaler Unterschied. Die Selektion, die UIisere Sinnesorgane und die auf ihren Meldun- gen aufgebauten Naturwissenschaften treffen, wird von der menschlichen Gat- tung nach strengen und eindeutigen Gesetzen entschieden, denen das Denken und Vorstellen jedes normalen Menschen unterworfen ist; die Auswahl des histo- rischen Materials wird aber nach freiem Ermessen von einzelnen Individuen oder von gewissen Gruppen von Individuen, im günstigsten Fall von der öffentlichen Meinung eines ganzen Zeitalters bestimmt.

Vor einigen Jahren hat der Münche- ner Philosoph Professor Erich Becher in seinem Werk "Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften" den Versuch gemacht, eine Art vergleichende Anato- mie der Wissenschaften zu liefern, eine Art Technologie der einzelnen Diszipli- nen, die sich zu diesen etwa verhält wie eine Dramaturgie zur Kunst des Thea- ters.

Dort findet sich der Satz: "Die Wissenschaft vereinfacht die unübersehbar komplexe Wirklichkeit durch Abstraktion Der Historiker, der ein Lebensbild des Freiherrn vom Stein entwirft, abstrahiert von unzähligen Einzelheiten aus dessen Leben und Wirken, und der Geograph, der eine Gebirgslandschaft bear- beitet, abstrahiert von Maulwurfshügeln und Ackerfurchen.

Es ist ganz dem dichterischen Einfühlungsvermögen, dem historischen Takt, dem psychologischen Spürsinn des Biographen überlassen, welche Details er auslassen, welche er nur andeuren, welche er breit ausmalen soll.

Geograph und Biograph verhalten sich zueinander wie Landkarte und Porträt. Der geographischen Karte würde nicht einmal die historische Tabelle ent- sprechen, die die Fakten einfach chronologisch aneinanderreiht.

Und zweitens hätte eine solche amorphe Anhäufung von Daten nicht den Charakter einer Wissenschaft. Nach der doch wohl ziemlich unanfechtbaren.

Definition Bechers ist eine Wissenschaft "ein gegenständlich geordneter Zusam- menhang von Fragen, wahrscheinlichen und wahren Urteilen nebst zugehörigen und verbindenden Untersuchungen und Begründungen".

Keine dieser Forde- rungen wird von einer solchen nackten Tabelle erfüllt: sie enthält weder Fragen noch Urteile noch Untersuchungen noch Begründungen.

Wir gelangen demnach zu dem Resultat: sobald die referierende Geschicht- schreibung versucht, eine Wissenschaft zu sein, hört sie auf, objektiv zu sein, und sobald sie versucht, objektiv zu sein, hört sie auf, eine Wissenschaft zu sein.

Das höchste Literatur- produkt, das wir kennen, die Bibel, gehört ins Gebiet der didaktischen Poesie, und einige der gewaltigsten Geschichtschreiber: Tacitus, Machiavelli, Bossuet, Schiller, Carlyle, haben der pragmatischen Richtung angehört.

Als Reaktion gegen den Pragmatismus trat in der neuesten Zeit die genetische Richtung hervor, die sich zum Ziel setzt, die Ereignisse ohne jede Parteinahme lediglich an der Hand der historischen Kausalität in ihrer organischen Entwick- lung zu verfolgen, also etwa in der Art, wie der Geologe die Geschichte der Erd- rinde oder der Botaniker die Geschichte der Pflanzen studiert.

Erstens nämlich: indem sie den Begriff der Entwicklung einführt, begibt sie sich auf das Gebiet der Reflexion und wird im ungünstigen Fall zu einer leeren und willkürlichen Geschichtskonstruktion, im günstigen Fall zu einer tiefen und gedankenreichen Gdchichtsphilosophie, in keinem Fall aber zu einer Wissen- schaft.

Die Vergleichung mit den Naturwissenschaften ist nämlich vollkommen irreführend. Die Geschichte der Erde liegt uns in unzweideurigen Dokumenten vor: wer diese Dokumente zu lesen versteht, ist imstande, diese Geschichte zu schreiben.

Solche einfache, deutliche und zuverlässige Dokumente stehen aber dem Historiker nicht zu Gebote. Der Mensch ist zu allen Zeiten ein höchst kom- plexes, polychromes und widerspruchsvolles Geschöpf gewesen, das sein letztes Geheimnis nicht preisgibt.

Die gesamte untermenschliche Natur trägt einen sehr uniformen Charakter; die Menschheit besteht aber aus lauter einmaligen Indivi- duen.

Aus einem Lilienkeim wird immer wieder eine Lilie, und wir können die Geschichte dieses Keims mit nahezu mathematischer Sicherheit vorausbestim- men; aus einem Menschenkeim wird aber immer etwas noch nie Dagewesenes, nie Wiederkehrendes.

Die Geschichte der Natur wiederholt sich immer: sie arbei- tet mit ein paar Refrains, die sie nicht müde wird zu repetieren; die Geschichte der Menschheit wiederholt sich nie: sie verfügt über einen unerschöpflichen Reichtum von Einfällen, der stets neue Melodien zum Vorschein bringt.

Zweitens: wenn die genetische Geschichtschreibung annimmt, ebenso streng wissenschaftlich Ursache und Wirkung ergründen zu können wie die Naturfor- schung, so befindet sie sich ebenfalls in einer Täuschung.

Zudem lassen sich die physikalischen Bewegungen und ihre Gesetze durch direkte Beobachtung feststellen, während die historischen Bewegungen und ihre Gesetze sich nur in der Phantasie wiederholen lassen; jene kann man jederzeit nachprüfen, diese nur nachschaffen.

Kurz: der einzige Weg, in die historische Kausalität einzudringen, ist der Weg des Künstlers, ist das schöpferische Erlebnis. Karl der Kühne erschien seinem Jahrhun- dert als der glänzendste Held und Herrscher, während wir in ihm nur noch eine ritterliche Kuriosität zu sehen vermögen.

Für den Nationalökonomen wird die Einführung des Alexandri- ners eine sehr untergeordnete Rolle spielen, für den Theologen die Erfindung des Augenspiegels eine ziemlich geringe Bedeutung besitzen.

Wir kennen die wahren Kräfte nicht, die unsere Entwicklung geheimnisvoll vorwärtstreiben, wir können einen tiefen Zusammenhang nur ahnen, niemals lückenlos beschreiben.

Und doch war das Christentum damals schon eine Weltmacht. Seine "Wirkungen" waren längst da und verstärkten sich mit jedem Tag; aber sie waren nicht greifbar und sichtbar.

Aber selbst diese niedrige Forderung ist unerfüllbar. Nur durch solche ganz persönliche einseitige gefärbte Urteile nämlich ist er imstande, sich in der moralischen Welt, und das ist die Welt der Geschichte, zurechtzufinden.

Nur sein ganz subjektiver "Standpunkt" ermÖglicht es ihm, in der Gegenwart festzustehen und von da aus einen sichtenden und gliedernden Blick über die Unendlichkeit der Vergangenheit und der Zukunft zu gewinnen.

Sobald ein Mensch gestorben ist, ist er der sinnlichen Anschauung ein für allemal entrückt; nur der tote Abdruck seiner allgemeinen Umrisse bleibt zurück.

Er verstei- nert. Er wird legendär. Bismarck ist schon eine Legende und Ibsen ist im Begriff, eine zu werden.

Und wir alle werden einmal eine sein. Bestimmte Züge sprin- gen in der Erinnerung ungebührlich hervor, weil sie sich ihr aus irgendeinem oft ganz willkürlichen Grunde besonders einprägten.

Es bleiben nur Teile und Stücke. Das Ganze aber hat aufgehört zu sein, ist unwiederbringlich hinabgesun- ken in die Nacht des Gewesenen. Die Vergangenheit zieht einen Schleiervorhang über die Dinge, der sie verschwommener und unklarer, aber auch geheimnisvol- ler und suggestiver macht: alles verflossene Geschehen erscheint uns im Schim- mer und Duft eines magischen Geschehens; eben hierin liegt der Hauptreiz aller Beschäftigung mit der Historie.

Die Legende ist nicht etwa eine der Formen, sondern die einzige Form, in der wir Geschichte über- haupt denken, vorstellen, nacherleben können.

Alle Geschichte ist Sage, Mythos und als solcher das Produkt des jeweiligen Standes unserer geistigen Potenzen: unseres Auffassungsvermögens, unserer Gestaltungskraft, unseres Weltgefühls.

Nehmen wir zum Beispiel den Vorstellungskomplex "griechisches Altertum". Aber schon den Menschen der römischen Kaiser- zeit erschien das frühere Griechentum als etwas unbeschreiblich Hohes, Helles und Kräftiges, sinnvoll und gefestigt in sich Ruhendes, ein unerreichbares Para- digma glücklicher Reinheit, Einfachheit und Tüchtigkeit, eine Wünschbarkeit ersten Ranges.

Dann, im Mittelalter, wurde es etwas Trübes, Graues, bleifarbig Zerflossenes, höchst Unheimliches und von Gott Gemiedenes, eine Art Erdhölle voll Gier und Sünde, ein düsteres Theater der Leidenschaften.

In der Vorstel- lung der deutschen Aufklärung wiederum war das alte Griechenland eine Art natürliches Museum, ein praktischer Kursus der Kunstgeschichte und Archäo- logie: die Tempel Antikensäle, die Marktplätze Glyptotheken, ganz Athen eine permanente Freiluftausstellung, alle Griechen entweder Bildhauer oder deren wandelnde Modelle, stets in edler und anmutiger Positur, stets weise und wohl- tönende Reden auf den Lippen, ihre Philosophen Professoren der Ästhetik, ihre.

Frauen heroische Brunnenfiguren, ihre Volksversammlungen lebende Bilder. Zwischen diese so heterogenen Auffassungen schoben sich zahlreiche Übergänge, Unterarten und Schattierun- gen, und es wird eine der Aufgaben unserer Darstellung sein, dieses interessante Farbenspiel des Begriffs ,,Antike" etwas genauer zu veranschaulichen.

Er wird, je nachdem, zum verklärenden, vergoldenden, hypostasierenden Blick oder zum vergiftenden, schwärzenden, obtrektierenden, zum bösen Blick.

Die geistige Geschichte der Menschheit besteht in einer fortwährenden Uminterpretierung der Vergarigenheit.

Nur von einem einzigen hat man dies noch nie zu behaupten gewagt, in dem wir aber eben darum keinen Menschen, sondern den Sohn Gottes erblicken.

Das Beste am Menschen, sagt Goethe, ist gestaltlos. Schon die Biologie, die es doch immerhin noch mit klar umgrenzten Typen zu tun hat, ist keine exakte Naturwissenschaft mehr und lebt von allerlei der philosophischen Mode unterworfenen Hypothesen.

Wo das Leben beginnt, hört die Wissenschaft auf; und wo die Wissenschaft beginnt, hört das Leben auE Die Lage des Historikers wäre also vollkommen hoffnungslos, wenn sich ihm nicht ein Ausweg böte, der in einem anderen Wort Goethes angedeutet ist: "Den Stoff sieht jedermann vor sich, den Gehalt findet nur der, der etwas dazu zu tun hat.

Natur soll man wissenschaftlich traktieren, über Geschichte soll man dichten. Alles andere sind unreine Lösun- gen. Die Grenze, vor der die Phantasie haltzumachen hat, ist fur den Historiker der Stand des Geschichtswissens in Fachkreisen, fur den Dichter der Stand des Geschichtswissens im Publikum.

Die Poesie ist auch nicht völlig frei in der Gestaltung historischer Figuren und Begebenheiten: es gibt eine Linie, die sie ohne Gefahr. Shakespeare hat den Cäsar Plutarchs dramatisiert, Shaw den Cäsar Mommsens; Shakespeares Königs- dramen spiegeln das historische Wissen des englischen Publikums im sechzehnten Jahrhundert ebenso genau wider wie Strindbergs Historien die Geschichtskennt- nisse des schwedischen Lesers im neunzehnten Jahrhundert.

Kurz: der Historiker ist nichts anderes als ein Dichter, der sich den strengsten Naturalismus zum unverbrüchlichen Grundsatz gemacht hat.

Die zünftigen Gelehrten pflegen allerdings alle historischen Werke, die sich nicht mit dem geistlosen und unpersönlichen ZJ.

Denn wenn sich selbst alles, was diese Männer lehrten, als unrichtig erweisen sollte, eine Wahrheit wird doch immer bleiben und niemals überholt werden können: die der künstlerischen Per- sönlichkeit, die hinter dem Werk stand, des bedeutenden Menschen, der diese falschen Bilder erlebte, sah und gestaltete.

Wenn Carlyle die Geschichte der Französischen Revolution zum Drama eines ganzen Volkes stei- gert, das, von mächtigen Kräften und Gegenkräften manisch vorwärtsgetrieben, sein blutiges Schicksal erfüllt, so mag man das einen Roman und sogar einen Kolportageroman nennen, aber die geheimnisvolle Atmosphäre von unendli- cher Bedeutsamkeit, in die dieses Dichterwerk getaucht ist, wirkt wie eine magi- sche Isolierschicht, die es durch die Zeiten rettet.

Und ist die kompetenteste Geschichtsdarstellung, die wir bis zum heutigen Tage vom Mittelalter besitzen, nicht Dantes unwirkliche Höllenvision?

Und auch Homer: was war er anderes als ein Historiker "mit ungenügender Quellenkenntnis"? Alles, was wir von der Vergangenheit aussagen, sagen wir von uns selbst aus.

Wir können nie von etwas anderem reden, etwas anderes erkennen als uns selbst. Dies ist der Wert und Zweck alles Geschichtsstudiums.

Wollten wir das Bisherige in einem Satz zusammenfassen, so könnten wir vielleicht sagen: was wir in diesem Buche zu erzählen versuchen, ist nichts als die heutige Legende von der Neuzeit.

In vielen gelehrten Werken findet sich im Vorwort die Bemerkung: "Mög- lichste Vollständigkeit war natürlich überall angestrebt, ob mir dies restlos gelungen, mögen die verehrten Fachkollegen entscheiden.

Man wird vielleicht finden, dies hätte ich gar nicht erst anzustreben brauchen, es wäre mir auch ohne jedes Streben mühelos gelungen. Wir können die Welt immer nur unvollständig sehen; sie mit Willen unvollständig zu sehen, macht den künstlerischen Aspekt.

Kunst ist subjektive und parteiische Bevorzu- gung gewisser Wirklichkeitselemente vor anderen, ist Auswahl und Umstellung, Schatten- und Lichtverteilung, Auslassung und Unterstreichung, Dämpfer und I Drücker.

Pars pro toto: diese Figur ist nicht die unwirksamste und unanschaulichste. Oft wird ein ganzer Mensch durch eine einzige Hand- bewegung, ein ganzes Ereignis durch ein einziges Detail schärfer, einprägsamer, wesentlicher charakterisiert als durch die ausführlichste Schilderung.

Kurz: die Anekdote in jederlei Sinn erscheint mir als die einzig berechtigte Kunstform der Kulturgeschichtschreibung.

Vorgefallen oder nicht vorgefallen, zu Rom oder zu Paris, Hinz oder Kunz begegnet: es ist immer ein Zug aus der Geschichte der Menschheit, den ich mir aus dieser Erzählung zur Warnung oder Lehre nehme.

Ich bemerke ihn, ich benutze ihn, sowohl nach Zahl wie nach Gewicht. Und unter den verschiedenen Lesarten, die zuweilen eine Geschichte hat, bevorzuge ich für meine Absicht die sonderbarste und auffallendste.

Mein Versuch intendiert nicht eine Statistik, sondern eine Anekdotik der Neuzeit, nicht ein Matrikelbuch der modernen Völkergesellschaft, sondern ihre Familienchronik oder, wenn man will, ihre chronique scandaleuse.

Trägt demnach die Kulturgeschichte, was ihren Inhalt anlangt, einen sehr lückenhaften und fragmentarischen, ja einseitigen Charakter, so ist von ihrem Umfang das gerade Gegenteil zu fordern.

Wir wollen uns diese einzelnen Ressorts in einer kurzen Übersicht ver- gegenwärtigen, wobei wir zugleich versuchen, eine Art Wertskala aufzustellen.

Den untersten Rang in der Hierarchie der menschlichen Betätigungen nimmt das Wirtschaftsleben ein, worunter alles zu begreifen ist, was der Befriedigung der materiellen Bedürfnisse dient.

Das Wirt- schaftsleben, weit entfernt davon, ein adäquater Ausdruck der jeweiligen Kultur zu sein, gehört, genau genommen, überhaupt noch gar nicht zur Kultur, bildet nur eine ihrer Vorbedingungen und nicht einmal die vitalste.

Er hat gar keine Beziehung zu ihr, nicht die geringste, nicht einmal die des Antagonismus. Über dem Wirtschaftsleben erhebt sich das Leben der Gesellschaft, mit ihm in engem Zusammenhang, aber nicht identisch.

Diese letztere Ansicht ist zwar häufig vertreten worden, und selbst ein so scharfer und weiter Denker wie Lorenz von Stein neigt ihr zu. Aber der Fall liegt doch etwas komplizierter.

Aber im Laufe der geschichtlichen Entwicklung ver- schieben sich die Besitzverhältnisse, während die gesellschaftliche Struktur bis zu einern gewissen Grade erhalten bleibt.

Das zeigt die Erscheinung jeder Art von Aristokratie. Der Geburtsadel war längst nicht mehr die wirtschaftlich stärkste Klasse, als er noch immer die gesellschaftlich mächtigste war.

Es gibt heute auch schon eine Art Geldadel, der von den Besitzern der alten durch Generationen vererbten Vermögen repräsentiert wird: diese nehmen in der Gesellschaft einen weit höheren Rang ein als die meist viel begüterteren neuen Reichen.

Sonst wäre das Phänomen des Patriotismus unerklärlich. Er hat einen Sonderwillen, der mehr ist als die einfache mechanische Summation aller Einzel- willen.

Er ist ein Mysterium, ein Monstrum, eine Gottheit, eine Bestie: was man will; aber er ist ganz unleugbar vorhanden.

Dies hat zu einer sehr einseitigen Uberschätzung der politischen Geschichte gefiihrt. Gerade hier: in Kost und Kleidung, Ball und Begräbnis, Korrespondenz und Couplet, Flirt und Komfort, Geselligkeit und Gartenkunst offenbart sich der Mensch jedes Zeitalters in seinen wahren Wünschen und Abneigungen, Stärken und Schwächen, Vorurteilen und Erkenntnissen, Gesundheiten und Krankheiten, Erhabenheiten und Lächerlichkeiten.

Im Reich des Geisteslebens, dem wir uns nunmehr zuwenden, nimmt die unterste Stufe die Wissenschaft ein, zu der auch alle Entdeckung und Erfindung sowie die Technik gehört, die nichts ist als auf praktische Zwecke angewendete Wissenschaft.

In den Wissenschaften stellt jede, Zeit sozusagen ihr Inventar auf, eine Bilanz alles dessen, wozu sie durch Nachdenken und Erfahrung gelangt ist.

Über ihnen erhebt sich das Reich der Kunst. Wollte man unter den Künsten ebenfalls eine Rangordnung aufstellen, obgleich dies ziemlich widersinnig ist,.

Doch ist dies mehr eine schulmeisterhafte Spielerei. Als der Kunst völlig ebenbürtig ist die Philosophie anzusehen, die, sofern sie echte Philosophie ist, zu den schöpferischen Betätigungen gehört.

Daher ist die Philosophie, eigentlich und wohlverstanden, auch die gewal- tigste materielle Macht; jedoch sehr langsam wirkend. Er springt in die Welt und verbreitet sich stetig und unwiderstehlich mit der Kraft eines Elementarereignisses, einer geologischen Umwälzung: nichts vermag sich ihm entgegenzustemmen, nichts vermag ihn ungeschehen zu machen.

Der Denker ist eine ungeheure geheim- nisvolle Fatalität, er ist die Revolution, die wahre und wirksame neben hundert wesenlosen und falschen.

Der Künstler wirkt schneller und lebhafter, aber nicht so dauerhaft; der Denker wirkt langsamer und stiller, aber dafür um so nach- haltiger.

Lessings philosophische Streitschriften zum Beispiel in ihrer federnden Dialektik und moussierenden Geistigkeit sind heute noch moderne Bücher; aber seine Dramen haben schon eine dicke Staubschicht.

Racines und Molieres Figu- ren wirken heute auf uns wie mechanische Gliederpuppen, wie auf Draht gezo- gene Papierblumen, wie rosa angemalte Zuckerstengel; aber die freie und starke Luzidität eines Descartes, die grandiose und hintergründige Seelenanatomie eines Pascal hat für uns noch ihre volle Frische.

Ja selbst die Werke der griechi- schen Tragiker haben heute ihren Patinaüberzug, der vielleicht ihren Kunstwert erhöht, aber ihren Lebenswert vermindert, während die Dialoge Platos gestern geschrieben sein könnten.

Die Spitze und Krönung der menschlichen Kulturpyramide wird von der Religion gebildet. Alles andere ist nur der massive Unterbau, auf dem sie selbst thront, hat keinen anderen Zweck, als zu ihr hinanzuführen.

In ihr vollendet. Wollten wir uns die Bedeutung der einzelnen Kulturgebiete in einem Gleichnis veranschaulichen, das natürlich ebenso hinkt wie alle anderen, so könnten wir das Ganze im Bilde des menschlichen Organismus zusammenfassen.

Sie ist zugleich die einzige Form, in der wir heute noch zu philosophieren vermögen, ein uner- schöpflich reiches Laboratorium, in dem wir die leichtesten und lohnendsten Experimente über die Natur des Menschen anstellen können.

Jedes Zeitalter hat einen bestimmten Fundus von Velleitäten, Befürchtun- gen, Träumen, Gedanken, Idiosynkrasien, Leidenschaften, Irrtümern, Tugen- den.

Die Geschichte jedes Zeitalters ist die Geschichte der Taten und Leiden eines bestimmten niemals so dagewesenen, niemals so wiederkehrenden Men- schentypus.

Wir könnten ihn den Repräsentativmenschen nennen. Jede Zeit hat ihre bestimmte Physiologie, ihren charakteristischen Stoffwechsel, ihre besondere Blutzirkulation und Pulsfrequenz, ihr spezifisches Lebenstempo, ihre nur ihr eigentümliche Gesamtvitalität, ja sogar ihre individu- ellen Sinne: eine Optik, Akustik, Neurotik, die nur ihr angehört.

Die Geschichte der verschiedenen Arten des Sehens ist die Geschichte der Welt. Die "Wirklichkeit" ist immer und überall gleich: - nämlich unbekannt.

Sie affiziert aber stets andere Sinnesnerven, Netzhäute, Hirnlappen, Trommelfelle. Dieses Bild von der Welt wandelt sich mit fast jeder Generation.

Wenn ein Zauberer käme, der die Gabe hätte, das Netzhautbild zu rekonstruieren, das eine Waldlandschaft im Auge eines Atheners aus der Zeit des Perikles abgezeichnet hat, und dann das Netzhautbild, das ein Kreuzritter des Mittelalters von derselben Waldlandschaft empfing, es würden zwei ganz verschiedene Gemälde sein; und wenn wir dann selber hingingen und - den Wald anblickten, wir würden weder das eine noch das andere Bild in ihm wiedererkennen.

Auch das Objektiv ist nicht objektiv. Ist er ein ungebildetes und geschmackloses Vorstadtgehirn, so werden in seine Kamera lauter vulgäre und kitschige Figuren eintreten, ist er ein kultivierter, künstlerisch sehender Mensch, so werden seine Bilder vorneh- men zarten Stichen gleichen.

Ja noch mehr: so unglaublich es klingen mag, der Schreiber dieser Zeilen besitzt seit einigen Jahren einen expressionistischen Hund!

Man wird dies für eine Einbildung halten; aber man mache es sich an einem Gegenbeispiel klar: wäre es möglich, den Mops, den repräsen- tativen Hund der Gründerjahre, jemals expressionistisch zu sehen?

Und ebenso. Und warum sind eine ganze Reihe höchst grotesker Fische, die eine so sonderbare Ähnlichkeit mit einem Unterseeboot oder einem menschlichen Taucher besitzen, erst im Zeital- ter der Technik entdeckt worden?

Unser Werk macht den Versuch, einen geistig-sittlichen Bilderbogen, eine seelische Kostümgeschichte der letzten sechs Jahrhunderte zu entwerfen und zugleich die platonische Idee jedes Zeitalters zu zeigen, den Gedanken, der es innerlich trieb und bewegte, der seine Seele war.

Und dies führt uns zu dem eigentlichen Schlüssel jedes Zeitalters. Er 1st ein Absurdissimum wegen seiner Normalität.

Er ist so, wie alle sein sollten: eine vollkommene Gleichung von Zweck und Mittel, Aufgabe und Leistung.

Er ist so paradox, etwas zu tun, was sonst niemand tut: er erfüllt seine Bestimmung. Zwischen Genie und Zeitalter besteht nun eine komplizierte und schwer ent- zifferbare Verrechnung.

Ein Zeitalter, das nicht seinen Helden findet, ist pathologisch: seine Seele ist unterernährt und leidet gleichsam an "chronischer Dyspnoe".

Kaum hat es diesen Menschen, der alles ausspricht, was es braucht, so strömt plötzlich neuer Sauerstoff in seinen Organismus, die Dyspnoe verschwindet, die Blutzirkula- tion reguliert sich, und es ist gesund.

Die Genies sind die wenigen Menschen in jedem Zeitalter, die reden können. Die anderen sind stumm, oder sie stammeln. Wir brauchen einen Schlüssel für diese Geheimschrift.

Gerhart Hauptmann hat einmal den Dichter mit einer. Windesharfe verglichen, die jeder Lufthauch zum Erklingen bringt. So würde zum Beispiel für die griechische Auf- klärung Sokrates, für die französische Aufklärung Voltaire, für die deutsche Aufklärung Lessing, für die englische Renaissance Shakespeare, für unsere Zeit Nietzsche genügen.

In solchen Männern objektiviert sich das ganze Zeitalter wie in einem verdeutlichenden Querschnitt, der jedermann zugänglich ist. Er ist der starke Extrakt, das klare Destillat, die scharfe Essenz aus ihnen; er ist aus ihnen gemacht.

Nähme man sie fort, so bliebe nichts von ihm zurück, er würde sich in Luft auflösen. Dies ist unsere erste These über das Wesen des Genies.

Aber wer sind denn diese Zeitgenossen? Niemand anders als der "Dichter". Er vertausendfältigt sich auf mysteriöse Weise. Er verändert unsere Höflichkeits- bezeugungen, unser Naturgefühl; unsere Haartracht, unsere Religiosität; unsere Interpunktion, unsere Erotik; das Heiligste und das Trivialste: alles.

Sein gan- zes Zeitalter ist infiziert von ihm. You can publish your own PDF file online for free in a few minutes!

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Die satanische Bibel GERMAN 3, 3, KB Read more. Im übri. Wir können aus dem Studium der Fehlleistungen nicht alle unsere Lehrsätze beweisen und sind auch mit keinem B e.

Sie haben recht, das ist auffällig und fordert eine Erklärung. Aber ich werde sie Ihnen nicht geben, sondern Sie langsam zu den Zusammenhängen hinfuhren, aus denen sich Ihnen die Er- klärung ohne mein Dazutun aufdrängen wird.

Wir werden aber nicht diesen historischen Weg gehen, son- dern den umgekehrten einschlagen. Wir wollen den Sinn der Träume nachweisen, als Vorbereitung zum Studium der Neu- rosen.

Diese Verkehrung ist gerechtfertigt, denn das Studium des Traumes ist nicht nur die beste Vorbereitung für das der Neu. Ja, wenn alle Menschen gesund wären und nur träumen würden, so könnten wir aus ihren Träumen fast.

So wird also der Traum zum Objekt der psychoanalytischen Forschung. Wieder ein gewöhnliches, gering geschätztes Phä- nomen, scheinbar ohne praktischen Wert wie die Fehlleistun- gen, mit denen er ja das Vorkommen bei Gesunden gemein hat.

Aber sonst sind die Bedingungen für unsere Arbeit eher ungün- stiger. Man sagte, es gibt zwar Wichtigeres, aber vielleicht kann auch dabei etwas herauskommen.

Nein, der Traum ist ein allzu geringfügiges und der Erforschung un- würdiges Objekt. Noch dazu eines, dessen Beschaffenheit selbst allen Anforde- rungen exakter Forderung trotzt.

Man ist ja in der Traumfor. Eine Wahnidee z. Ich bin der Kaiser von China, sagt der Kranke laut. Aber der Traum?

Er ist meist überhaupt nicht zu erzählen. Die meisten Träume können überhaupt nicht erinnert werden,. Und auf die Deutung dieses Materials soll eine wissenschaftliche Psychologie oder eine Methode der Behandlung von Kranken begründet werden?

Die Einwendungen gegen den Traum als Ob. Mit der Unwichtig, keit haben wir schon bei den Fehlleistungen zu tun gehabt. Was die Unbestimmtheit des Traumes betrifft, so ist sie eben ein Charakter wie ein anderer; man kann den Din- gen ihren Charakter nicht vorschreiben.

Es gibt übrigens auch klare und bestimmte Träume. Es gibt auch andere Objekte der psychiatrischen Forschung, die an demselben Charakter der Un.

Ich will mich an den letzten Fall erinnern, der in meiner ärztlichen Tätigkeit vorgekommen ist. Die Kranke stellte sich mir mit den Worten vor: Ich habe ein gewisses Gefühl, als ob ich ein lebendes Wesen — ein Kind!

Dem Schaden der unsicheren Erinnerung an den Traum können wir abhelfen, wenn wir festsetzen, eben das, was der Träumer erzählt, habe als sein Traum zu gelten, ohne Rück- sicht auf alles, was er vergessen oder in der Erinnerung verändert haben mag.

Wir werden darum fragen, wo- her kommt eigentlich die Verachtung der wissenschaftlichen Kreise für den Traum? Ich meine, sie ist die Reaktion auf die Überschätzung früherer Zeiten.

Sie haben ihnen Anzeichen für die Zukunft ent- nommen, Vorbedeutungen in ihnen gesucht. Für die Griechen und andere Orientalen mag zuzeiten ein Feldzug ohne Traum- deuter so unmöglich gewesen sein wie heutzutage ohne Flieger- aufklärer.

Da träumte er eines Nachts einen wie im Triumph tanzenden Satyrn, und als er diesen Traum seinen Traumdeutern vortrug, erhielt er den Bescheid, es sei ihm der Sieg über die Stadt verkündet worden.

Er befahl den Angriff und nahm Tyrus ein. Bei Etruskern und Römern waren andere Methoden zur Erkundung der Zukunft in Gebrauch, aber die Traumdeutung wurde während der ganzen hellenistisch-römischen Zeit gepflegt und hochgehalten.

Von der damit beschäftigten Literatur ist uns wenigstens das Hauptwerk erhalten, das Buch des A r t e m i d o r o s aus D a 1 d i s, den man in die Lebenszeit des Kaisers Hadrian versetzt.

Die Aufklärung kann nicht viel Anteil daran gehabt haben, denn das dunkle Mit- telalter hat weit absurdere Dinge als die antike Traumdeutung.

Dagegen hat die exakte Wissenschaft der Jetztzeit sich wiederholt mit dem Traume beschäftigt, aber immer nur in der Absicht, ihre physiologischen Theorien auf ihn anzuwenden.

Sehen Sie die Beschreibung des Traumes bei W u n d t J o d 1 und anderen neueren Philosophen nach; sie begnügt sich mit der Aufzählung der Abweichungen des Traumlebens vorn wachen Denken in einer den Traum herabsetzenden Absicht hebt den Zerfall der Assoziationen, die Aufhebung der Kritik, die Ausschaltung alles Wissens und andere Zeichen geminderter Leistung hervor.

Wir besitzen von einem. Sie werden uns als Vorbilder der exakten Traumforschung ange- priesen. Aber wir wollen uns nicht abschrecken lassen.

Wenn die Fehlleistungen Sinn haben konnten, kann es der Traum auch, und die Fehlleistungen haben in sehr vielen Fällen einen Sinn, der der exakten Forschung ent- gangen ist.

Vor allem müssen wir uns über unsere Aufgabe orientieren, im Gebiet der Träume Umschau halten. Was ist denn ein Traum? Es ist schwer, dies in einem Satz zu sagen.

Wir wollen aber doch keine Definition versuchen, wo der Hinweis auf den jedermann bekannten Stoff genügt. Aber wir sollten das Wesentliche des Traumes herausheben.

Wo ist das zu finden? Wesent- lich wird wohl sein, was wir als allen Träumen gemeinsam auf- zeigen können. Das warschon die Definition des Aristoteles.

Vielleicht bestehen zwischen Traum und Schlaf noch nähere Beziehungen. Man kann durch einen Traum geweckt werden, man hat sehr oft einen Traum, wenn man spontan erwacht oder wenn man gewaltsam aus dem.

Schlafe gestört wird. Der Traum scheint also ein Zwischenzu- stand zwischen Schlafen und Wachen zu sein. So werden wir auf den Schlaf hingewiesen.

Was ist nun der Schlaf? Das ist ein physiologisches oder biologisches Problem, an dem noch vieles strittig ist. Wir können da nichts entscheiden, aber ich meine, wir dürfen eine psychologische Charakteristik des Schlafes versuchen.

Ich versetze mich in den Schlaf, indem ich mich von ihr zurückziehe und ihre Reize von mir abhalte.

Ich schlafe auch ein, wenn ich von ihr ermüdet bin. Umgekehrt sagt das Kind: Ich geh' noch nicht schlafen, ich bin nicht müde, will noch etwas erleben.

Die biologische Tendenz des Schlafes scheint also die Erholung zu sein, sein psychologischer Charakter das Aussetzen des Interesses an der Welt.

Wir ziehen uns darum zeitweise in den vorweltlichen Zustand zurück, in die Mutterleibsexistenz also.

Wir schaffen uns wenigstens ganz ähnliche Verhältnisse wie sie damals bestanden: warm, dunkel und reizlos. Einige von uns rollen sich noch zu einem engen Paket zusammen und neh- men zum Schlafen eine ähnliche Körperhaltung wie im Mutter- leibe ein.

Es sieht so aus, als hätte die Welt auch uns Erwachsene nicht ganz, nur zu zwei Dritteilen; zu einem Drittel sind wir überhaupt noch ungeboren. Jedes Erwachen am Morgen ist dann wie eine neue Geburt.

Wir sprechen auch vom Zustand nach dem Schlaf mit den Worten: wir sind wie neugeboren, wobei wir über das Allgemeingefühl des Neugeborenen eine wahr- scheinlich sehr falsche Voraussetzung machen.

Wenn das der Schlaf ist, so steht der Traum überhaupt nicht auf seinem Programm, scheint vielmehr eine unwillkommene Zu- tat. Es soll keine seelische Tätigkeit im Schlaf geben; rührt sich diese doch, so ist uns eben die Herstellung des fötalen Ruhezustandes nicht gelungen; Reste von Seelentätig- keit haben sich nicht ganz vermeiden lassen.

Diese Reste, das wäre das Träumen. Bei den Fehlleistungen lag es an- ders; es waren doch Tätigkeiten während des Wachens. Ich kann diesen Sinn sogar nicht brauchen, da ja das übrige meines Seelenlebens schläft.

Es kann sich da wirklich nur um zuckungs- artige Reaktionen handeln, nur um solche seelische Phänomene, die direkt auf somatischen Anreiz hin erfolgen.

Die Träume wä- ren also die den Schlaf störenden Reste der seelischen Tätigkeit des Wachens, und wir dürfen den Vorsatz fassen, das für die Psychoanalyse ungeeignete Thema alsbald wieder zu verlassen.

Indes, wenn der Traum auch überflüssig ist, er existiert doch, und wir können versuchen, uns von dieser Existenz Rechenschaft zu geben. Warum schläft das Seelenleben nicht ein?

Der Traum ist also die Art, wie die Seele auf die im Schlafzustand einwirkenden Reize reagiert. Wir merken hier einen Zugang zum Verständnis des Traumes.

Wir können nun bei verschiedenen Träumen danach suchen, welches die Reize sind, die den Schlaf stören wollen, und auf die mit Träumen reagiert wird.

Soweit hätten wir das erste Gemeinsame aller Träume aufgearbeitet. Gibt es noch ein anderes Gemeinsames? Ja, es ist unverkenn- bar, aber viel schwieriger zu erfassen und zu beschreiben.

Man erlebt vielerlei im Traum und glaubt daran, während man doch nichts erlebt als vielleicht den einen störenden Reiz. Man erlebt es vorwiegend in visuel- len Bildern; es können auch Gefühle dabei sein, auch Gedanken mittendurch, es können auch die anderen Sinne etwas erleben, aber vorwiegend sind es doch Bilder.

Das ist nun eigentlich keine reduzierte seelische Tätigkeit wie die des Schwachsinnigen im Vergleich zum Genialen; es ist etwas.

Das verstehen wir zwar nicht, wissen nicht, was wir uns dabei denken sollen, aber den Eindruck der Fremdartigkeit, den uns die meisten Träume machen, gibt es wirklich wieder.

Auch der Vergleich der Traumtätigkeit mit den Leistungen einer unmusikalischen Hand versagt hier. Das Klavier wird doch jedenfalls mit den- selben Tönen antworten, wenn auch nicht mit Melodien, sobald der Zufall über seine Tasten fährt.

Diese zweite Gemeinsamkeit aller Träume wollen wir, wenn sie auch unverstanden sein mag sorgfältig im Auge behalten. Gibt es noch weitere Gemeinsamkeiten?

Ich finde keine, sehe überall nur Verschiedenheiten, und zwar in allen Hinsichten. Sowohl was die scheinbare Dauer, als auch was die Deutlichkeit die Affektbeteiligung, die Haltbarkeit u.

Das alles ist eigentlich nicht so, wie wir es bei der notgedrungenen, dürftigen zuckungsartigen Abwehr eines Reizes erwarten könnten.

Was die Dimension der Träume anbelangt, so gibt es sehr kurze, die nur ein Bild oder wenige, einen Gedanken, ja nur ein Wort enthal. Träume können ganz sinnvoll sein oder wenigstens kohä- rent, ja sogar geistreich, phantastisch schön; andere wiederum sind verworren, wie schwachsinnig, absurd, oft geradezu toll.

Es gibt Träume, die uns ganz kalt lassen, andere, in denen alle Affekte laut werden, ein Schmerz bis zum Weinen, eine Angst bis zum Erwachen, Verwunderung, Entzücken usw.

Träume können wie die Individuen ein einziges Mal auftreten, niemals wieder, oder sie wiederholen sich bei derselben Person unverändert oder mit kleinen Abweichungen.

Man könnte versuchen, von diesen Mannigfaltigkeiten des Traumes Rechenschaft zu geben, indem man annimmt, sie ent- sprechen verschiedenen Zwischenstadien zwischen dem Schla fen und dem Wachen, verschiedenen Stufen des unvollständigen Schlafes.

Diese Erklärung leistet also nichts; es geht überhaupt nicht kurzerhand. Es sind viele solche Untersuchungen bis auf die des bereits genannten MourlyVold angestellt worden; jeder von uns ist auch wohl selbst in die Lage gekommen, dies Ergebnis durch gelegentliche persönliche Beobachtung zu bestätigen.

Ich will zur Mitteilung einige ältere Experimente auswählen. Oder: man kneifte ihn leicht in den Nacken; er träumte von einem aufgelegten Blasenpflaster und von einem Arzt, der ihn in seiner Kindheit behandelt hatte.

Was uns an diesen experimentell erzeugten Träumen auf- fällt, werden wir vielleicht noch deutlicher an einer anderen Reihe von Reizträumen erfassen können.

Während ich hier ver- schiedene Grabschriften lese, höre ich den Glöckner den Turm hinansteigen und sehe nun in der Höhe des letzteren die kleine Dorfglocke, die das Zeichen zum Beginn der Andacht geben wird.

Die Glockentöne aber kom- men von dem Wecker. Aber noch verzögert sich die Abfahrt, bis die Zügel den harrenden Rossen das fühlbare Zeichen geben.

Wieder ist's nichts anderes als der schrille Ton der Weckerglocke. Ich sehe ein Küchenmädchen mit einigen Dutzend aufgetürmter Teller den Korridor entlang zum Speisezimmer schreiten.

Die Porzellansäule in ihren Armen scheint mir in Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren. Aber — das endlos sich fortsetzende Getön ist doch, wie ich bald merke, kein eigentliches Rasseln, sondern ein richtiges Klingeln; — und mit diesem Klingeln hat, wie nunmehr der Erwachende erkennt, nur der Wecker seine Schuldigkeit getan.

Diese Träume sind recht hübsch, ganz sinnvoll, gar nicht so inkohärent, wie Träume sonst zu sein pflegen. Wir wollen sie deswegen nicht beanständen.

Wir sehen also hier, wie ein Traum erzeugt wird, aber erfahren auch noch etwas anderes. Der Traum erkennt den Wecker nicht, — dieser kommt auch im Traum nicht vor, — sondern er ersetzt das Weckergeräusch durch ein anderes, er deutet den Reiz, der den Schlaf aufhebt, deutet ihn aber jedesmal in einer anderen Weise.

Warum das? Darauf gibt es keine Antwort, das scheint willkürlich zu sein. In den meisten anderen Fällen wird es.

Man wacht nicht aus allen Träumen auf. Mir gelang es einmal, einen sol- chen Schallreiz nachträglich zu konstatieren, natürlich nur in- folge besonderer Umstände.

Ich erwachte eines Morgens in einem Tiroler Höhenort mit dem Wissen, ich habe geträumt, der Papst sei gestorben. Ich konnte mir den Traum nicht erklären, aber dann fragte mich meine Frau: Hast du heute gegen Morgen das entsetzliche Glockengeläute gehört, das von allen Kirchen und Kapellen losgelassen wurde?

Nein, ich hatte nichts gehört, mein Schlaf ist resistenter, aber ich verstand dank dieser Mitteilung meinen Traum. Vielleicht sehr oft, vielleicht auch nicht.

Wir brauchen darum diese Theorie nicht ganz aufzugeben. Es ist offenbar gleich, gültig, wodurch der Schlaf gestört und die Seele zum Träumen angeregt werden soll.

Diese Vermutung liegt sehr nahe, sie entspricht auch der populärsten Ansicht über die Entstehung der Träume. Träume kommen vom Magen, hört man oft sagen.

Aber wir wollen nicht übersehen, wieviel gute Erfahrungen die Ableitung der Träume vom Leib-. Der Traumforscher Scherner hat die Herleitung des Traumes von Organreizen besonders nachdrücklich vertreten und einige schöne Beispiele für sie erbracht.

Wenn er z. Leider unterliegt ihre Schätzung auch denselben Einwendungen. Woher dann das übrige des Traumes kommt, bleibt dunkel. Merken wir uns aber eine Eigentümlichkeit des Traumlebens, die bei dem Studium dieser Reizeinwirkungen zum Vorschein kommt.

Der Traum bringt den Reiz nicht einfach wieder, son- dern er verarbeitet ihn, er spielt auf ihn an, reiht ihn in einen Zu- sammenhang ein, ersetzt ihn durch etwas anderes.

Der Macbeth Shakespeares z. Im Traum erleben wir zumeist etwas in visuellen Formen. Ist es in Wirklichkeit der Reiz, den wir er- leben?

Warum ist denn das Erleben visuell, wenn Augenreizung nur in den seltensten Fällen den Traum angeregt hat? Diese Möglichkeit getraue ich mich mit Entschiedenheit abzuweisen.

Wenn wir von den Gemeinsamkeiten der Träume nicht wei- ter kommen, so wollen wir's vielleicht mit ihren Verschieden-. Die Träume sind ja oft sinnlos, verworren, ab- surd; aber es gibt sinnvolle, nüchterne, vernünftige.

Zwei Damen und ein Herr haben sich an meinen Tisch gesetzt. Ich habe mich zuerst darüber geärgert und wollte sie nicht anschauen.

Der andere Teil des Traumes ist keine direkte Reminiszenz, sondern hat nur eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Erlebnis vor längerer Zeit.

Was lernen wir aus diesen beiden nüch- ternen Träumen? Aber davon ist keine Rede, auch dies gilt nur für eine Minderzahl; in den meisten Träumen ist von einer Anknüpfung an den Vortag nichts zu finden, und auf die unsinnigen und absurden Träume fällt von hier aus kein Licht.

Wir wollen nicht nur wissen, was ein Traum sagt, sondern wenn er es, wie in unseren Beispielen, deutlich sagt, wollen wir auch. Ich glaube, Sie werden wie ich müde sein, Versuche wie unsere bisherigen fortzusetzen.

Wir haben diesen Weg bis jetzt nicht. Die experimentelle Psycho- logie hat uns nichts gebracht als einige sehr schätzbare Angaben über die Bedeutung der Reize als Traumanreger.

So läuft unsere erste Bemühung in volle Ratlosigkeit aus. Unerwarteterweise kommt uns ein Wink von einer Seite zu, nach der wir bisher nicht geblickt haben.

Tagträume sind Phantasien Produk- tionen der Phantasie ; es sind sehr allgemeine Phänomene, wiederum bei Gesunden ebenso zu beobachten wie bei Kran- ken und bei der eigenen Person dem Studium leicht zugänglich.

Diese Tagträume treten in der Vorpubertät, oft schon in der späteren Kinderzeit auf, halten bis 7. Der Inhalt dieser Phantasien wird von einer sehr durchsichtigen Motivierung beherrscht.

Es sind Szenen und Begebenheiten, in denen die egoistischen, Ehr- geiz- und Machtbedürfnisse, oder die erotischen Wünsche der Person Befriedigung finden.

Bei jungen Männern stehen meist die ehrgeizigen Phantasien voran, bei den Frauen, die ihren Ehr- geiz auf Liebeserfolge geworfen haben, die erotischen.

Aber oft genug zeigt sich auch bei den Männern die erotische Bedürf- tigkeit im Hintergrunde; alle Heldentaten und Erfolge sollen doch nur um die Bewunderung und Gunst der Frauen werben.

Sonst sind diese Tagträume sehr mannigfaltig und erfahren wechselvolle Schicksale. Sie werden entweder, ein jeder von ihnen, nach kurzer Zeit fallen gelassen und durch einen neuen ersetzt, oder sie werden festgehalten, zu langen Geschichten aus- gesponnen und passen sich den Veränderungen der Lebensver- hältnisse an.

Sie sind das Rohmaterial der poetischen Produktion, denn aus seinen Tagträumen macht der Dichter durch gewisse Umformungen, Verkleidungen und Verzichte die Situationen, die er in seine Novellen, Romane, Theaterstücke einsetzt.

Der Held der Tagträume ist aber immer die eigene Person, entweder direkt oder in einer durchsichtigen Identifizierung mit einem anderen.

Vielleicht tragen die Tagträume diesen Namen wegen der glei. Das kann ja erst später geklärt werden. Also wir bedürfen eines neuen Weges, einer Methode, um in der Erforschung des Traumes von der Stelle zu kommen.

Ich mache Ihnen nun einen naheliegenden Vorschlag. Was das bedeutet, wissen Sie, aber was berechtigt uns zu dieser Annahme?

Nichts, aber wir sind auch nicht gehindert, sie zu machen. Wir arbeiten also unter der Voraussetzung, er sei es wirklich, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Das Ergebnis unserer Arbeit wird darüber ent- scheiden, ob wir an der Annahme festhalten und sie nun ihrer- seits als ein Resultat vertreten dürfen.

Was wollen wir denn eigentlich erreichen, wozu arbeiten wir? Wir wollen, was man in der Wissenschaft überhaupt anstrebt, ein Verständnis der Phä- nomene, die Herstellung eines Zusammenhanges zwischen ihnen, und in letzter Ferne, wo es möglich ist, eine Erweiterung unserer Macht über sie.

Mich fragen, nicht wahr? Warum sollen wir nicht dasselbe tun dürfen, den Träumer befragen, was sein Traum be- deutet?

Es war bei der Untersuchung gewisser Fehlleistungen, eines Falles von Versprechen. Jemand hatte gesagt: Da sind Dinge 2um Vorschwein gekommen, und darauf fragten wir — nein, zum Glück nicht wir, sondern andere, die der Psychoana- lyse ganz fernstehen, da fragten ihn diese anderen, was er mit dieser unverständlichen Rede wolle.

So soll uns auch der Träumer selbst sagen, was sein Traum bedeutet. Aber so einfach geht das bekanntlich beim Traum nicht. Bei den Fehlleistungen ging es in einer Anzahl von Fällen; dann kamen wir zu anderen, in denen der Befragte nichts sagen wollte, ja sogar die Antwort, die wir ihm nahelegten, entrüstet zurück- wies.

Zurückweisen kann er unsere Deutung nicht, da wir ihm keine vorzulegen haben. So sollten wir also unseren Versuch wieder aufgeben?

Ja, wenn Sie wollen geben Sie den Versuch auf. Wenn Sie aber anders wollen, so kön- nen Sie den Weg mit mir fortsetzen.

Dann braucht man nur die innere Unwahrscheinlichkeit jeder dieser beiden Voraussetzun- gen ins Auge zu fassen, um beruhigt sein Interesse von den Schlüssen aus ihnen abzuwenden.

Ja, meine Damen und Herren, ich habe Sie nicht hieher kom- men lassen, um Ihnen etwas vorzuspiegeln oder zu verhehlen.

Nein, gerade darum, weil Sie Anfänger sind, wollte ich Ihnen unsere Wissenschaft zeigen, wie sie ist, mit ihren Uneben- heiten und Härten, Anforderungen und Bedenken.

Aber das geht bei der Psychoanalyse nicht. Ich habe also wirklich zwei Voraussetzungen gemacht, die eine innerhalb der anderen, und wem das Ganze zu mühselig und zu unsicher ist, oder wer an höhere Sicherheiten und elegantere Ableitungen gewöhnt ist, der braucht nicht weiter mitzugehen.

Ihre Ergebnisse müssen für sie. Das wäre doch eine merkwürdige, überraschende, unsere Auffassung des Seelenlebens verändernde Tatsache, die sich nicht zu verber.

Nebenbei eine Tatsache, die sich in ihrer Benen- nung selbst aufhebt und doch etwas Wirkliches sein will, eine contradictio in adjecto.

Nun, sie verbirgt sich auch gar nicht. Der Beweis ist auf dem Gebiet der hypnotischen Erscheinun- gen erbracht worden.

Als ich im Jahre die ungemein ein- drucksvollen Demonstrationen von L i e b a u 1 1 und Bern, heim in Nancy mitansah, war ich auch Zeuge des folgenden Versuches.

Bernheim forderte ihn dann direkt auf zu erzählen, was sich mit ihm während der Hypnose zugetragen. Er behauptete, er wisse sich an nichts zu erinnern.

Also ganz der Fall, den wir beim Träumer vermuten. Dagegen besteht. Die psychischen Situationen sind in bei- den Fällen wirklich analoge.

Übrigens ist der sogenannte Ammenschlaf, bei dem die Amme im Rapport mit dem Kind bleibt und nur von diesem zu erwecken ist, ein normales Seitenstück zum hypnotischen.

Die Übertragung eines Verhältnisses von der Hypnose auf den natür- lichen Schlaf scheint also kein kühnes Wagnis. Nun kehren wir vielleicht mit gesteigertem Zutrauen zu un- serer Aufgabe zurück.

Unsere Technik beim Traume ist nun eine sehr einfache, diesem Beispiel nachgeahmte. Wir werden ihn wiederum fragen, wie er zu dem Traume ge- kommen ist und seine nächste Aussage soll wieder als Aufklä- rung angesehen werden.

Wir setzen uns also über den Unter- schied, ob er etwas zu wissen glaubt oder nicht glaubt, hinaus und behandeln beide Fälle wie einen einzigen.

Sie werden sagen: Eine neue Annahme, die dritte! Und die unwahrscheinlichste von allen! Wenn ich den Träumer frage, was ihm zum Traum einfällt, soll gerade sein nächster Einfall die gewünschte Aufklä- rung bringen?

Wir können nicht einsehen, worauf sich eine solche Erwartung stützt. Überdies ist ja ein Traum nicht ein einzelnes Fehlwort, sondern besteht aus vielen Elementen.

An welchen Einfall soll man sich da halten? Sie haben in allem Nebensächlichen recht. Ein Traum unter- scheidet sich von einem Versprechen auch in der Vielheit seiner Elemente.

Es gibt Fälle, in denen wir diese Antwort gelten lassen, und Sie werden später hören, welche. Es sind bemerkenswerterweise solche Fälle, in denen wir selbst bestimmte Einfälle haben können.

Er wird einen Einfall dazu bringen, irgendeinen, uns gleichgültig, welchen. Gewisse Auskünfte, die. Endlich wird er sich auch vom Traum aus an femer liegende, eventuell sogar an weit zurückliegende Begebenheiten erinnern.

Hatte er nicht die Kunst perfektioniert, den alten Mann im Zweikampf gut aussehen zu lassen, ohne ihm weh zu tun? Na also. Wie konnte dann irgendjemand glauben, er würde dem unsterblichen Gibril auch nur ein Haar krümmen?

Sie feuerten ihn trotzdem, und die Polizei brachte ihn für alle Fälle hinter Schloss und Riegel. Aber es war nicht der Faustschlag, der Gibril niedergestreckt hatte.

Im schlimmsten Augenblick begann das Blut, aus Rektum und Penis auszutreten, und es schien, als würde es jeden Moment sturzbachartig aus Nase, Ohren und Augenwinkeln strömen.

Ganz Indien wachte an Gibrils Krankenbett. Die Premierministerin sagte ihre Termine ab, bestieg ihr Flugzeug und stattete ihm einen Besuch ab.

Wenn Gibril starb, würde dann Indien nicht bald folgen müssen? In den Moscheen und Tempeln der Nation beteten dicht gedrängt die Massen, nicht nur für das Leben des sterbenden Schauspielers, sondern für die Zukunft, für sich.

Wer besuchte Gibril nicht im Krankenhaus? Wer schrieb nie, rief nie an, sandte keine Blumen, schickte ihm keine köstlichen selbstgemachten Speisen?

Während viele Verehrerinnen ihm ungeniert die besten Wünsche zur Genesung und Lamm-Pasandas schickten, hielt sich die, die ihn am meisten liebte, zurück, über jeden Verdacht erhaben für ihr Kugellager von einem Gatten.

Rekha Merchant legte ihr Herz in Ketten und benahm sich, als ob nichts wäre, spielte mit ihren Kindern, plauderte mit ihrem Mann, fungierte bei Bedarf als Gastgeberin und offenbarte niemals, nicht ein einziges Mal, die öde Wüste ihrer Seele.

Er genas. Die Genesung war genauso rätselhaft wie die Krankheit und verlief genauso rasch. Auch sie wurde vom Krankenhaus, von Journalisten, von Freunden als Akt des Allerhöchsten gedeutet.

Ein Nationalfeiertag wurde ausgerufen, im ganzen Land Feuerwerke abgebrannt. Am Tag seiner Entlassung aus dem Krankenhaus schritt er, von der Polizei eskortiert, durch die riesige Menge, die sich versammelt hatte, um sowohl seine als auch ihre eigene Rettung zu feiern, stieg in seinen Mercedes und bedeutete dem Fahrer, alle Verfolgerfahrzeuge abzuschütteln, was sieben Stunden und einundfünfzig Minuten dauerte, und am Ende des Manövers wusste er, was zu tun war.

Während seiner Krankheit hatte er jede Minute, die er bei Bewusstsein war, damit verbracht, Gott anzurufen, jede Sekunde jeder Minute.

Ya Allah, dessen Diener blutend darniederliegt, verlasse mich jetzt nicht, nachdem du mich so lange beschützt hast.

Ya Allah, gib mir ein Zeichen, ein kleines Zeichen deiner Gunst, damit ich in mir die Kraft finde, meine Leiden zu heilen. O allergütigster, barmherzigster Gott, steh mir bei in meiner Not, meiner bittersten Not.

Dann kam ihm der Gedanke, dass er bestraft wurde, und eine Zeitlang konnte er mit diesem Gedanken die Schmerzen ertragen, aber nach einer Weile wurde er wütend.

Genug, Gott, forderten seine unausgesprochenen Worte, warum muss ich sterben, da ich doch nicht getötet habe, bist du die Liebe oder bist du die Rache?

Die Wut auf Gott trug ihn durch den nächsten Tag, doch dann verflog sie, und an ihre Stelle trat eine schreckliche Leere, eine Verlassenheit, als er erkannte, dass er mit dem Nichts sprach, dass überhaupt niemand da war, und da kam er sich lächerlicher vor als je zuvor in seinem Leben, und er begann, inständig in die Leere hineinzuflehen, ya Allah, sei doch da, verdammt, sei da.

Aber er fühlte nichts, nichts, und eines Tages entdeckte er, dass er es nicht mehr nötig hatte, etwas zu fühlen.

Jener Tag der Metamorphose war der Wendepunkt der Krankheit und der Beginn seiner Genesung. Und um sich die Nichtexistenz Gottes zu beweisen, stand er nun im Speisesaal des berühmtesten Hotels der Stadt, und die Schweine fielen ihm aus dem Mund.

Er blickte von seinem Teller auf und merkte, dass eine Frau ihn beobachtete. Sie lachte ihn an und drehte sich weg. Das ist das Entscheidende.

Alleluja Cone, Besteigerin der Berge, Besiegerin des Mount Everest, blonde Yahudan, Eiskönigin. Kommst aus dem Krankenhaus, durch die Pforte des Todes, und es steigt dir zu Kopf, Spinnerchen, sofort musst du irgendeine Affäre haben, und da ist sie schon, Simsalabim, die blonde Madam.

Drei Tage, nachdem er ihr mit dem Mund voll unreinen Fleisches begegnet war, bestieg Allie ein Flugzeug und war weg.

Und dann, eines Morgens, blieb sein Rollstuhl leer, und er war verschwunden. Ein bärtiger Passagier, ein gewisser Ismail Najmuddin, buchte Flug AI nach London.

Die war nach einem der Gärten des Paradieses benannt, nicht Gulistan, sondern Bostan. Was mich betrifft, ich habe mein Leben nur halb ausgehaucht, aber das bei zwei Gelegenheiten, im Krankenhaus und im Flugzeug, das macht zusammen einmal, das zählt.

Spoono, ist das nicht eine verdammt angenehme Sache? Wegen ihr, der Herausforderung, die sie darstellte, der Neuheit, der Heftigkeit ihrer Zweisamkeit, der Unerbittlichkeit von etwas Unmöglichem, das auf dem Recht bestand, sich zu entfalten.

Und, oder, vielleicht: weil die Vergeltung begann, nachdem er die Schweine gegessen hatte, eine nächtliche Vergeltung, eine Strafe der Träume.

Überdies hatte er sich eine Stimme zugelegt, die zu diesem Gesicht passte, eine Stimme, deren schleppende, fast träge Vokale in beunruhigendem Gegensatz zu der abgesägten Abruptheit der Konsonanten standen.

Die Kombination von Gesicht und Stimme war überzeugend; aber während seines kürzlichen Besuchs in seiner Heimatstadt, des ersten Besuchs nach fünfzehn Jahren genau die Zeit, sollte ich vielleicht erwähnen, seit Farishta ein Filmstar war , hatten merkwürdige und besorgniserregende Entwicklungen stattgefunden.

Unglückseligerweise war es der Fall, dass seine Stimme als erstes und in der Folge auch sein Gesicht angefangen hatten, ihn im Stich zu lassen. Es begann - Chamcha, der seinen Fingern und Daumen eine Ruhepause zugestand und etwas verlegen hoffte, dass sein letzter Rest von Aberglauben von den anderen Passagieren unbemerkt geblieben war, schloss die Augen und erinnerte sich mit einem leisen Schauder des Entsetzens - auf seinem Flug nach Osten vor einigen Wochen.

Chamcha hob einen Stein auf und begann, auf das Glas einzuschlagen. Augenblicklich sickerte ein Gitterwerk von Blut durch die zersprungene Körperoberfläche des Fremden, und als Chamcha versuchte, die Glasstücke zu entfernen, begann der andere zu schreien, da sich mit dem Glas Fleischklümpchen ablösten.

In diesem Augenblick beugte sich eine Stewardess über den schlafenden Chamcha und fragte ihn mit der erbarmungslosen Freundlichkeit ihrer Profession: Etwas zu trinken, Sir?

Ein Getränk? Wie war es möglich, dass die Vergangenheit wieder aufstieg, in Form gänzlich veränderter Vokale und Vokabeln?

Was kam als nächstes? Würde er sich Kokosnussöl in die Haare schmieren? Würde er seine Nasenflügel zwischen Daumen und Zeigefinger zusammendrücken, sich geräuschvoll schnäuzen und einen klebrigen Silberbogen Schleim produzieren?

Würde er ein glühender Anhänger des Profiringens werden? Welche teuflischen Erniedrigungen standen ihm noch bevor? Er hätte wissen müssen, dass es ein Fehler war, nach Hause zu gehen, nach so langer Zeit, wie konnte es etwas anderes sein als ein Rückschritt; es war eine widersinnige Reise, ein Leugnen der Zeit, eine Auflehnung gegen die Geschichte; das Ganze musste unweigerlich mit einer Katastrophe enden.

Ich bin nicht ich, dachte er, als ein leichtes Flattern in seiner Herzgegend einsetzte. Masken über Masken, dann plötzlich der nackte bleiche Schädel.

Die Wüste schlingerte unter ihnen, und der Gastarbeiter, der in Qatar zugestiegen war, klammerte sich an sein riesiges Transistorradio und begann zu würgen.

Chamcha sah, dass der Mann sich nicht angeschnallt hatte, riss sich zusammen und sprach wieder im arrogantesten englischen Tonfall.

Wenn Allah will, dass ich sterbe, dann sterbe ich. Wenn er es nicht will, dann nicht. Wozu dann der Sicherheitsgurt? Seine Finger zitterten, als sie in die Brieftasche tauchten, in den sagenhaften Schatz.

Changez Chamchawala, Philanthrop, Schürzenjäger, Legende zu Lebzeiten, führender Kopf der nationalistischen Bewegung, sprang aus dem Eingangstor seines Hauses, um aus der entmutigten Hand seines Sohnes eine dicke Brieftasche zu ziehen.

Der Boden ist schmutzig, und Geld ist noch schmutziger. Aber weder rieb Changez an ihr, noch gestattete er, dass an ihr gerieben wurde, zum Beispiel von seinem Sohn.

Dann kannst du reiben, soviel du willst, und sehen, was dir nicht alles zufällt. Jetzt aber gehört sie mir. Seine Lieblingsabzählreime waren solche, die sich nach fremden Städten sehnten: Kitschi-Kon-Kitschi-Ki-Kitschi - Kon - stanti - i - Kitschi - opel - Kitschi - Kopel - Kitschi - Kon -stanti-nopel.

Im geheimen schlich er sich auf leisen Sohlen an London an, Buchstabe um Buchstabe, genau wie seine Freunde sich an ihn anschlichen. Ellohenn Deeohenn London.

Die Verwandlung von Salahuddin Chamchawala in Saladin Chamcha begann, wie sich zeigen wird, im alten Bombay, lange bevor er den Löwen von Trafalgar nahe genug kam, um sie brüllen zu hören.

In seinem dreizehnten Jahr war er alt genug, um auf den Felsen von Scandal Point zu spielen, ohne dass seine Ayah Kasturba ihn beaufsichtigte.

Sittsame Mädchen kicherten in Röcken, Männer mit zusammengerollten Schirmen standen schweigend da, den Blick auf den blauen Horizont gerichtet.

In einer Höhle aus schwarzem Stein sah Salahuddin, wie sich ein Mann in einem Dhoti über einen Tümpel beugte. Ihre Blicke trafen sich, und der Mann winkte ihn mit einem Finger zu sich, den er dann auf den Mund legte.

Pst, und das Geheimnis der Felsentümpel zog den Jungen hin zu dem Fremden. Er war ein Geschöpf aus Knochen.

Trug eine Brille mit einer Fassung, die wie Elfenbein aussah. Sein Finger krümmte sich, krümmte sich wie ein Angelhaken mit Köder, komm. Als Salahuddin bei ihm angelangt war, packte ihn der andere, legte ihm eine Hand über den Mund und zwang seine kleine Hand zwischen alte und fleischlose Beine, damit sie den Fleischknochen dort betastete.

Der Dhoti offen im Wind. Danach kehrte Salahuddin nie mehr zu den Felsen am Scandal Point zurück; auch erzählte er niemandem, was passiert war, da er wusste, dass es bei seiner Mutter neurasthenische Krisen auslösen würde, und er vermutete, dass sein Vater behaupten würde, es sei seine eigene Schuld gewesen.

Es schien ihm, als hätte sich alles Ekelerregende, alles, was er mittlerweile an seiner Heimatstadt verabscheute, in der beinernen Umarmung des Fremden gesammelt, und nun, da er diesem bösen Skelett entkommen war, musste er auch Bombay entkommen - oder sterben.

Als das Unmögliche geschah und sein Vater ihm aus heiterem Himmel eine Ausbildung in England offerierte, um mich aus dem Weg zu haben, dachte er, warum denn sonst, das ist ganz klar, aber einem geschenkten Gaul und so weiter, lehnte es seine Mutter Nasreen Chamchawala ab zu weinen und bot ihm statt dessen unaufgefordert hilfreiche Ratschläge an.

Die Engländer sind ein zivilisiertes Volk, was redest du da, Quatsch. Und stand später trockenen Auges unter dem Triumphbogen von einem Portal und war nicht bereit, ihn zum Flughafen von Santacruz zu begleiten.

Ihr einziges Kind. Sie legte ihm Blumenketten um den Hals, bis ihn von den unangenehmen Düften der Mutterliebe schwindelte. Nasreen Chamchawala war eine überaus zarte, zerbrechliche Frau, mit Knochen wie Tinkas, wie winzige Holzsplitter.

Und wegen ihrer Soireen. Freitags war das Haus voller Lärm; Musiker waren da, Sänger, Tänzer, die neuesten Hits aus dem Westen, wie man sie aus Radio Ceylon kannte, wurden gespielt, vulgäre Puppenspiele aufgeführt, in denen bemalte Radschas aus Ton auf Puppenpferden ritten und feindliche Marionetten unter Verwünschungen mit hölzernen Schwertern enthaupteten.

Und dennoch: Nasreen Chamchawalas Behutsamkeit konnte ihr nicht das Leben retten. Das Grauen packte und tötete sie, als sie sich am sichersten wähnte.

In einen Sari gehüllt, der mit Fotos und Schlagzeilen aus billigen Zeitungen bedruckt war, in das Licht der Kronleuchter getaucht, von ihren Freunden umgeben.

Das geschah fünfeinhalb Jahre, nachdem der junge Salahuddin, geschmückt und gewarnt, eine Douglas DC-8 bestieg und in den Westen reiste.

Vor ihm England; neben ihm sein Vater, Changez Chamchawala; unter ihm, Heimat und Schönheit. Wie Nasreen war dem zukünftigen Saladin das Weinen nie leichtgefallen.

In diesem ersten Flugzeug las er Science-Fiction-Geschichten über intergalaktische Reisen, Asimovs Tausendjahresplan, Ray Bradburys Mars-Chroniken.

Er stellte sich die DC-8 als das Mutterschiff vor, das die Erwählten, die Auserkorenen Gottes und der Menschen über unermessliche Entfernungen trug, sich über Generationen fortbewegte, die reine Rasse züchtend, auf dass ihr Samen eines Tages Wurzeln schlagen möge, irgendwo in einer schönen neuen Welt unter einer gelben Sonne.

Fünfeinhalb Stunden Zeitunterschied: stell deine Uhr in Bombay auf den Kopf und du siehst, wie spät es in London ist. Mein Vater, dachte Chamcha Jahre später in seiner Verbitterung, ich klage ihn an, die Zeit auf den Kopf gestellt zu haben.

Wie weit flogen sie? Fünfeinhalbtausend Meilen Luftlinie. Oder: vom Indischensein zum Englischsein, eine unmessbare Entfernung.

Die Entfernung zwischen Städten ist immer klein; ein Dorfbewohner, der hundert Meilen in die Stadt reist, durchquert leereres, dunkleres, furchterregenderes Gelände.

Das gehört dir. Sein ganzes Leben lang war Salahuddin in sie hineingetappt. Wann immer sein Vater ihn bestrafen wollte, bot er ihm ein Geschenk an, eine Tafel importierter Schokolade oder eine Dose Kraft-Käse, und packte ihn, wenn er danach greifen wollte.

Du bezahlst die Rechnungen. Ein Jahr, das man auf den Kopf stellen konnte und das dennoch, anders als eine Uhr, stets die gleiche Zeit anzeigte.

Es war Winter; doch als Salahuddin Chamchawala in seinem Hotelzimmer zu zittern begann, war es, weil er vor Angst halb wahnsinnig war; sein Goldschatz hatte sich plötzlich in den Fluch eines Zauberers verwandelt.

Diese zwei Wochen in London, bevor er ins Internat kam, wurden zu einem Alptraum aus Kassenzetteln und Kalkulationen, da Changez das, was er sagte, auch meinte und kein einziges Mal in die eigene Tasche griff.

Ja, ein Engländer, selbst wenn seine Mutter in allem recht gehabt hatte, selbst wenn es in den Toiletten nur Papier gab und man nach dem Sport in lauwarmes, trübes Wasser voll Schmutz und Seife steigen musste, selbst wenn es ein Leben zwischen winterkahlen Bäumen bedeutete, deren Finger sich verzweifelt an die wenigen fahlen Stunden wässrigen, gefilterten Lichts klammerten.

In Winternächten lag er, der nie unter mehr als einem Laken geschlafen hatte, unter Bergen von Wolle und fühlte sich wie eine Gestalt aus einem alten Mythos, von den Göttern dazu verdammt, dass ein schwerer Stein auf seiner Brust lastete: aber egal, er würde Engländer sein, selbst wenn seine Klassenkameraden über seine Stimme kicherten und ihn von ihren Geheimnissen ausschlössen, weil dieses Ausgeschlossensein nur seinen Willen stärkte, und damals begann er, Theater zu spielen, sich Masken anzueignen, die diese Kerle wiedererkennen würden, Bleichgesichtmasken, Clownmasken, bis er sie soweit genarrt hatte, dass sie glaubten, er wäre okay, er wäre einer-von-uns.

Er narrte sie so, wie ein feinfühliger Mensch Gorillas dazu bewegen kann, ihn in ihre Familie aufzunehmen, ihn zu herzen und zu streicheln und ihm Bananen in den Mund zu stopfen.

Du hast gelernt, mit Geld umzugehen. Ich habe einen Mann aus dir gemacht. Das wissen Väter nie. Nicht im Vorhinein; erst wenn es zu spät ist.

Eines Tages kurz nach seinem Schuleintritt kam er zum Frühstück herunter und fand einen Hering auf seinem Teller. Dann schnitt er hinein und hatte den Mund voller winziger Gräten.

Und nachdem er sie alle herausgezogen hatte, den nächsten Bissen, mehr Gräten. Seine Mitschüler sahen schweigend zu, wie er litt; nicht einer von ihnen sagte, schau, ich zeige es dir, du musst ihn so essen.

Er brauchte neunzig Minuten für den Fisch, und er durfte nicht vom Tisch aufstehen, bevor er fertig war. Dann kam ihm der Gedanke, er habe eine wichtige Lektion gelernt.

Er merkte, dass er ein sturer Mensch war. Fünf Jahre später, nach dem Schulabschluss, war er wieder zu Hause, wartete darauf, dass in England das Semester begann, und seine Verwandlung in einen Vilayeti war weit vorangeschritten.

Saladin war von der traurigen Vorstellung erfasst worden, dass der Garten ein schönerer Ort gewesen war, bevor er die Namen der Bäume kannte, dass etwas verlorengegangen war, das er niemals wiedergewinnen konnte.

Als er sprach und sich dabei abrupt von dem achtzehn Jahre alten Walnussbaum abwandte, den er sich manchmal während ihrer langen Trennung als Sitz der Seele seines einzigen Sohnes vorgestellt hatte, kamen die Wörter falsch heraus, und es klang, als ob er die starre, kalte Person wäre, die er nie hatte werden wollen, und nun fürchtete, sein zu müssen.

Was ist er denn? Ein kleiner Lord, der Kaiser von China? Ist das mein Schicksal: einen Sohn zu verlieren und mir dafür ein Monster einzuhandeln?

Den ganzen Sommer über waren die Gemüter erhitzt, trotz aller Vermittlungsversuche Nasreens, du musst dich bei deinem Vater entschuldigen, Lieber, der Arme leidet Höllenqualen, aber sein Stolz verbietet ihm, dich zu umarmen.

Sogar die Ayah Kasturba und der alte Diener Vallabh, ihr Mann, versuchten zu vermitteln, aber weder Vater noch Sohn gab nach. Am späten Abend heulten die Sirenen, und die Gäste suchten Deckung, versteckten sich unter Betten, in Schränken, überall.

Nasreen Chamchawala fand sich plötzlich allein neben einem reich mit Speisen beladenen Tisch und versuchte, die Gesellschaft zu beruhigen, indem sie in ihrem Zeitungs-Sari dastand und ein Stück Fisch mampfte, als ob alles in Ordnung wäre.

So konnte es geschehen, dass ihr niemand zu Hilfe kam, als sie an den todbringenden Gräten zu ersticken begann; sie kauerten alle mit geschlossenen Augen in irgendeinem Winkel; selbst Saladin, der Eroberer des Herings, der Englandheimkehrer von der unbewegten Miene, hatte die Nerven verloren.

Nasreen Chamchawala fiel um, zuckte, rang nach Luft, starb, und als die Entwarnung ertönte, krochen die Gäste mit dummen Gesichtern aus ihren Löchern und fanden ihre Gastgeberin tot in der Mitte des Speisezimmers, gestohlen vom Würgeengel, Khalipili Khalaas, wie man in Bombay sagte, grundlos ausgelöscht, für immer dahin.

Weniger als ein Jahr nachdem Nasreen Chamchawala aufgrund ihrer Unfähigkeit, wie ihr auslandsgebildeter Sohn über Fischgräten zu triumphieren, gestorben war, heiratete Changez wieder, ohne irgendjemanden vorzuwarnen.

Saladin erhielt in seinem englischen College einen Brief von seinem Vater, in dem dieser ihm befahl - in der ärgerlich pompösen und altmodischen Ausdrucksweise, derer sich Changez in Briefen stets bediente -, glücklich zu sein.

Changez schrieb postwendend zurück, einen kurzen Brief, vier Zeilen voll archaischer Beschimpfungen, Lump Gauner Flegel Schuft Schurke Bastard Missgeburt.

Vielleicht dreht es einem für einen Augenblick den Magen um, eine Woge des Zorns steigt in einem auf, aber dann ebbt sie ab, so rasch wie sie gekommen ist.

Denn sehen wir, als Erwachsene, nicht ein, dass den Kleinen keine Schuld trifft? Zum Zeitpunkt seines Studienabschlusses hatte er einen britischen Pass, weil er rechtzeitig vor der Verschärfung der Gesetze ins Land gekommen war, und so konnte er Changez in einer kurzen Nachricht davon in Kenntnis setzen, dass er gedenke, sich in London niederzulassen und Arbeit als Schauspieler zu suchen.

Changez Chamchawala antwortete per Eilbrief. Es ist meine Überzeugung, dass irgendein Teufel in dich gefahren ist und dir den Verstand geraubt hat.

Du, dem so vieles gegeben worden ist: Hast du nicht das Gefühl, dass du irgendjemandem irgendetwas schuldest?

Deiner Heimat? Dem Gedenken an deine liebe Mutter? Dir selbst? Willst du dein Leben damit verbringen, verkleidet im Scheinwerferlicht herumzuhüpfen, blonde Frauen zu küssen unter den Blicken von Fremden, die dafür bezahlt haben, Zeugen deiner Schande zu sein?

Du bist mein Sohn nicht mehr, sondern ein Ghul, ein Hoosh, ein Dämon aus der Hölle. Beantworte mir eine Frage: Was soll ich meinen Freunden sagen?

Der Teufel besitzt nur deinen Leib. Wenn du dich von ihm befreit hast, komm zurück und hol deine unsterbliche Seele.

Sie wächst und gedeiht im Garten. Seine Eltern waren Moslems gewesen, in der nachlässigen, unbeschwerten Weise der Menschen von Bombay; Changez Chamchawala war seinem kleinen Sohn weit göttlicher erschienen als irgendein Allah.

Dass sein Vater, diese weltliche Gottheit obzwar nun in Misskredit geraten im Alter auf die Knie gesunken war und begonnen hatte, sich gegen Mekka hin zu verneigen, war für seinen gottlosen Sohn schwer zu akzeptieren.

Bin ich das Opfer der Teufelskunst, bin ich derjenige, der besessen ist? Jahre vergingen; und dann kehrte Saladin Chamcha, Schauspieler, Selfmademan, mit den Prospero Players nach Bombay zurück, um die Rolle des indischen Arztes in der Millionärin von George Bernard Shaw zu verkörpern.

Seine Stimme verriet ihn; und er entdeckte, dass seine Bestandteile auch anderer Verrätereien fähig waren. Aus einer anderen Perspektive könnte man Pathos in ihm erkennen, Heroismus in seinem Kampf, in seiner Bereitschaft zum Risiko: nicht alle Mutanten überleben.

Oder, soziopolitisch betrachtet: die meisten Auswanderer lernen und können zu Masken werden. Unsere eigenen falschen Selbstdarstellungen dienen zur Bekämpfung der Falschheiten, die über uns erfunden werden, und verschleiern aus Gründen der Sicherheit unser verborgenes Ich.

Ein Mann, der sich erfindet, braucht jemanden, der an ihn glaubt, der beweist, dass es ihm gelungen ist. Wiederum Gott spielen, könnte man sagen.

Oder man könnte ein wenig zurückstecken und an Tinkerbell denken; Feen existieren nur, wenn Kinder in die Hände klatschen. Oder man könnte einfach sagen: So ist es eben, wenn man ein Mensch ist.

Nicht nur das Bedürfnis, dass ein anderer an einen glaubt, sondern auch das, an einen anderen zu glauben. Sie haben es erraten: Liebe. Saladin Chamcha lernte Pamela Lovelace fünfeinhalb Tage vor dem Ende der sechziger Jahre kennen, als die Frauen noch indische Tücher im Haar trugen.

Sie stand in der Mitte eines Zimmers voller trotzkistischer Schauspielerinnen und sah ihn mit strahlenden, so strahlenden Augen an. Den ganzen Abend belegte er sie mit Beschlag, und sie hörte nie auf zu lächeln und ging mit einem anderen Mann weg.

Zu Hause träumte er von ihren Augen und ihrem Lächeln, ihrem schlanken Körper, ihrer Haut. England rückt seine Schätze nur widerwillig raus.

Er war erstaunt über seine eigene Beharrlichkeit und begriff, dass sie zum Treuhänder seines Schicksals geworden war, dass sein Versuch einer Metamorphose fehlschlagen würde, wenn sie nicht nachgab.

Ich bin der Richtige. Er heiratete sie, bevor sie ihre Meinung ändern konnte, lernte aber nie, ihre Gedanken zu lesen. Wenn sie unglücklich war, schloss sie sich im Schlafzimmer ein, bis es ihr besser ging.

Sie bekamen keine Kinder; sie gab sich selbst die Schuld. Sein genetisches Erbe; offensichtlich musste er sich glücklich schätzen, dass er überhaupt lebte, dass er nicht irgendeine Art deformierter Freak war.

War es seine Mutter oder sein Vater, von dem? In letzter Zeit hatten sie sich nicht gut verstanden. Sagte er sich später, aber nicht währenddessen.

Später sagte er sich, unsere Ehe war kaputt, vielleicht weil wir keine Kinder hatten, vielleicht hatten wir uns nur auseinandergelebt, vielleicht dieses, vielleicht jenes.

Währenddessen übersah er geflissentlich alle Spannungen, die Sticheleien, die Streitereien, die nie richtig in Gang kamen, verschloss die Augen und wartete, bis ihr Lächeln zurückkehrte.

Er gestattete sich, an dieses Lächeln zu glauben, an diese strahlende Vortäuschung der Freude. Auf dem Flug nach Indien dachte er, wie glücklich er war, sie zu haben, ich bin glücklich ja das bin ich kein Wort mehr ich bin der glücklichste Kerl der Welt.

Er hatte sich so abgemüht und sich fast vollständig von der Wirklichkeit dieser fadenscheinigen Illusionen überzeugt, dass er als erstes, als er innerhalb von achtundvierzig Stunden nach seiner Ankunft in Bombay mit Zeeny Vakil ins Bett ging, noch bevor sie sich liebten, ohnmächtig wurde, umkippte, weil die Botschaften, die sein Gehirn erreichten, sich so ernsthaft widersprachen, als sähe sein rechtes Auge die Welt sich nach links bewegen, während sein linkes Auge sah, wie sie nach rechts rutschte.

Zeeny war die erste Inderin, mit der er jemals geschlafen hatte. Aber was war das hier? Im ganzen Stück kein Lied.

Zum Teufel damit. Hör mal, kannst du dich nicht von diesen Bleichgesichtern absetzen und mit uns Indern kommen? Vielleicht hast du ganz vergessen, wie das ist.

Ein leichtsinniges, schlechtes Mädchen. Sie starrte sie in Grund und Boden, rauchte die Zigarette zu Ende und ging. Möglicherweise verrückt.

Sie war Kunstkritikerin, deren Buch über den einengenden Mythos der Authentizität, diese folkloristische Zwangsjacke, die sie zu ersetzen suchte durch die Ethik eines historisch verbürgten Eklektizismus - basierte denn nicht die gesamte nationale Kultur auf dem Prinzip, sich die Gewänder auszuleihen, die am besten passten, indoiranische, mogulische, britische, die Rosinen aus dem Kuchen?

Sie hatte es Der einzig gute Inder genannt. Das ist Hindu-Fundamentalismus. Tatsächlich sind wir alle schlechte Inder. Manche schlechter als andere.

Fünf Stunden, nachdem sie seine Garderobe betreten hatte, lagen sie im Bett, und er fiel in Ohnmacht. Zeenat Vakil machte Saladin zu ihrem Projekt.

Sie liebte wie eine Kannibalin, und er war ihr Schweinsfilet. Zeeny, der schöne Vampir. Sie hatte ihre Mutter sterben sehen wie Geflügel, das zum Essen tranchiert wird, zuerst die linke Brust, dann die rechte, und trotzdem hatte der Krebs sich weiter ausgebreitet.

Ihre Furcht davor, den gleichen Tod wie ihre Mutter sterben zu müssen, machte ihren Busen zur verbotenen Zone.

Die geheime Angst der furchtlosen Zeeny. Sie hatte nie ein Kind geboren, doch ihre Augen weinten Tränen aus Milch.

Nach ihrer ersten Liebesnacht ging sie sofort auf ihn los, die Tränen waren vergessen. Aber, Herzchen, wir haben keine so hohe Meinung von euch.

Aus welchen Tiefen war das aufgetaucht, diese längst vergessene Zahnpastareklame? Und die Vokale, eindeutig unzuverlässig.

Achtung, Chamcha, sei auf der Hut vor deinem Schatten. Dem Schwarzen Mann, der sich von hinten anschleicht. Saladin, wie ein verdammter Salatkopf, ich bitte dich.

Ich wurde nicht schlau aus ihr. Diese Miss Singh, ungeheuerlich. Aber sie brachte es nicht heraus. Ihren eigenen Namen. Ihr habt einfach keine Kultur mehr, fühlt euch nur noch als Ausländer.

Sollte nur ein Witz sein. Verdammt noch mal, du solltest stolz auf uns sein, auf unseren Unternehmungsgeist, darauf, wie wir Grenzen überschreiten.

Nur, dass wir keine Inder sind wie du. Am besten, du gewöhnst dich an uns. Noch ist nicht alles verloren. Etwas ist da noch lebendig.

Indien; es brachte alles durcheinander. Ach, hör doch auf. Du nennst dich Mr. Toady und erwartest, dass wir nicht lachen.

In Zeenys zerbeultem Hindustan, einem für eine Sklavenkultur gebauten Auto - der Rücksitz besser gepolstert als der Vordersitz - hatte er das Gefühl, die Nacht breche über ihn herein wie eine Menschenmenge.

Eine amazonenhafte Hijra tauchte auf wie ein indisches Wunderweib, mit silbernem Dreizack, hielt den Verkehr mit gebieterischem Arm auf, schlenderte vor ihnen her.

Chamcha starrte in ihre funkelnden Augen. Gibril Farishta, der Filmstar, der unerklärlicherweise verschwunden war, verrottete auf den Plakatwänden.

Schutt, Abfall, Lärm. Zigarettenreklamen qualmten vorüber: SCISSORS - FÜR DEN MANN DER TAT, DER DYNAMIK HAT. Zeeny parkte den Wagen. Deine eigene Stadt, nur dass sie es nie war.

Für dich ist sie ein Kindheitstraum. Am Scandal Point aufzuwachsen ist, wie auf dem Mond zu leben. Dort gibts keine Bustees, nein, mein Herr, nur Dienstbotenunterkünfte.

Sind eure Nachbarn während des Textilstreiks verhungert? Hat Datta Samant vor euren Bungalows eine Massenversammlung abgehalten?

Wie alt warst du, als du einen Gewerkschafter kennengelernt hast?

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Dieser Beitrag hat 1 Kommentare

  1. Kajizahn

    Bemerkenswert, es ist das sehr wertvolle StГјck

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